(Br)Exit. Algerien, Grönland und die vergessene Vorgeschichte der gegenwärtigen Debatte

Zeithistorische Forschungen - 06.03.2017

Seit einiger Zeit löst sich die Schockstarre, die bei Bekanntwerden des Ergebnisses des Referendums vom Juni 2016 über die EU-Mitgliedschaft des Vereinigten Königreichs eingesetzt hatte. Mittlerweile wird sie außerdem gelegentlich durch Entwicklungen in den USA, Italien und anderswo überlagert, die alle ihrerseits für die weitere Entwicklung in Bezug auf den Brexit folgenreich sind. Weiterhin ist das Vereinigte Königreich Teil der Europäischen Union, wobei die Perspektive eines Austritts längst ihren Schatten vorauswirft. Viel ist in den vergangenen Monaten international gesagt und geschrieben weiterlesen...

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Am 5. Juni 1975 hatten die Briten schon einmal die Wahl, ob ihr Land weiterhin der Europäischen Gemeinschaft angehören sollte. Beigetreten war das Vereinigte Königreich lediglich zwei Jahre zuvor. Margaret Thatcher, damals Parteivorsitzende der oppositionellen Konservativen, sprach sich eindeutig dafür aus. 67 Prozent der Abstimmenden waren letztlich für den Verbleib in der EG, wobei die Zustimmungsraten in Schottland und Nordirland vergleichsweise niedrig waren, in Teilen Nordenglands dagegen hoch. (Insofern gab es beim Referendum von 2016 deutliche Unterschiede.) Thatcher trägt hier, bei einer Veranstaltung am Vortag der Wahl von 1975, einen Wollpullover mit den Flaggen der seinerzeit neun Mitgliedstaaten. Anlässlich des Referendums vom 23. Juni 2016 wurde dieser Pullover neu in den Handel gebracht – und war rasch ausverkauft.(picture alliance/dpa)
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