Aus Verkehrsunfällen lernen?. Der Tod auf deutschen Straßen und die vergangenen Träume des 20. Jahrhunderts

Zeithistorische Forschungen - 17.11.2017

Seit 1950 sind mehr als 778.000 Menschen auf deutschen Straßen gestorben und mehr als 31 Millionen Menschen verletzt worden (in der Bundesrepublik und der DDR zusammen).[1] In anderen Industriestaaten liegen die Zahlen der Opfer von Verkehrsunfällen in vergleichbarer Höhe, in den Schwellenländern steigen sie angesichts einer zunehmenden Mobilität weiter.[2] Wie lässt sich erklären, dass eine moderne Gesellschaft wie die deutsche des 20. Jahrhunderts bereit war, diesen Blutzoll zu zahlen? Die Frage weist über sich selbst hinaus, denn sie macht auf ein zentrales Problem der Epoche der Industriemoderne weiterlesen...

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Kampagnen zur Unfallverhütung hatten besonders innerhalb der Berufsgenossenschaften eine lange Tradition. Wie hier auf einem Plakat der Deutschen Arbeitsfront (DAF) vom November 1938 waren diese Kampagnen im Nationalsozialismus oft beeinflusst vom Konzept einer »Verkehrsgemeinschaft«, deren Mitglieder sich »kameradschaftlich« zu verhalten hatten, um Unfälle zu verhindern. Zu sehen sind Pferdefuhrwerke, Personen- und Lastkraftwagen, Fußgänger und Radfahrer, die auf einer ungewöhnlich breiten Straße alle genug Raum haben.(Bundesarchiv, Plak 003-017-036)
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